Tomi Ungerer - Die Gedanken sind frei - autobiografische Erinnerungen Teil I
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2009-08-03 from 10:30 to 12:00 |
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diesmal keine Wissenssendung im engeren Sinn: Tomi Ungerer liest aus seinen autobiografischen Erinnerungen: Die Gedanken sind frei. Meine Kindheit im Elsass. Diogenes, Zürich 1993
Lebenslauf:
1931
Jean Thomas Ungerer, genannt Tomi, wird in Straßburg am 28. November als
vierter und jüngster Sohn des Ehepaares Ungerer geboren. Der Vater Théodore ist
gemäß der Familientradition Uhrenmacher, er betätigt sich darüber hinaus aber
auch als Künstler und Historiker. Die Mutter Alice, geborene Essler, stammt aus
einer oberrheinischen Industriellenfamilie.
1935
Nach dem Tod des Vaters zieht die Familie Ungerer nach Logelbach bei Colmar.
1939/1945
Nach der Kapitulation Frankreichs im Juni 1940 annektieren die Deutschen das
Elsaß. Das Haus der Familie Ungerer wird von der deutschen Wehrmacht
beschlagnahmt, die gegenüberliegenden Haussmann-Werke werden in ein
Gefangenenlager umgewandelt. Tomi Ungerer besucht die "Matthias
Grünewald-Schule, Oberschule für Jungen", deren Unterricht von intensiver
Germanisierung und systematischer nationalsozialistischer Indoktrination
geprägt ist. Während des Winters 1944/45 erlebt der Junge in der "Poche de
Colmar", der dreimonatigen Schlacht um den Colmarer Brückenkopf, die
Schrecken des Krieges.
1945
Nach der Kapitulation Deutschlands wird das Elsaß wieder französisch. Der
Unterricht in französischer Sprache wird aufgenommen, Elsässisch wird verboten.
1946/1948
Als Pfadfinder unternimmt Tomi Ungerer zahlreiche Fahrten mit dem Fahrrad durch
Frankreich.
1950/1951
In einem Schulheft beurteilt ein Lehrer den Jungen als "pervers und
subversiv". Tomi Ungerer scheitert am zweiten Teil seiner Abiturprüfung,
woraufhin er sich entschließt, zum Nordkap in Lappland zu trampen.
1952
Ungerer tritt als berittener Soldat in die französischen Saharatruppen in
Algerien ein, erkrankt jedoch bald schwer und wird schließlich ausgemustert.
1953
Im April Rückkehr nach Straßburg, im Oktober Eintritt in die Ecole Municipale
des Arts Décoratifs.
1954
Nach dem Verlassen der Schule arbeitet Ungerer als Schaufensterdekorateur und
Werbezeichner für lokale Unternehmen. Er beginnt sich für die USA zu
interessieren und besucht häufig das Centre Culturel Américain. Zahlreiche
Reisen führen ihn durch ganz Europa.
1956
Tomi Ungerer reist per Schiff nach New York, mit 60 Dollar in der Tasche und
mit einer Mappe voller Zeichnungen und Manuskripte. Heirat mit der Amerikanerin
Nancy White.
1957
Ungerers erstes Kinderbuch, "The Mellops Go Flying", erscheint im
Verlag Harper & Row und erhält den berühmten Preis des "Spring Book
Festival". Für Maschinen von Burroughs gestaltet Ungerer seine erste
Werbekampagne und zeichnet zugleich für die Zeitschriften "Esquire",
"Life", "Holiday", "Harper's Magazin", "The
New York Times", daneben arbeitet er auch für das Fernsehen. In München
lernt Ungerer Daniel Keel kennen, dessen Züricher Verlag Diogenes die Mehrzahl
von Ungerers Büchern publizieren wird.
1958/1962
Ungerer vervollständigt seine Serie der "Mellops" und veröffentlicht
eine Reihe weiterer Kinderbücher.
1962
Unter Schirmherrschaft von Willy Brandt widmet die Stadt Berlin Tomi Ungerer
seine erste große Ausstellung. Ungerers erste Tochter Phoebe wird geboren.
1966
Das Buch "The Party" erscheint, das die New-Yorker Gesellschaft
karikiert.
1970/1971
Mit seiner zweiten Frau Yvonne Wright verläßt Ungerer nach dreizehnjährigem
Aufenthalt New York und läßt sich im kanadischen Neuschottland nieder.
1971/72
Tomi Ungerer entwirft Zeichnungen für eine Kampagne der SPD unter Willy Brandt.
1975
Ungerer entdeckt seine Heimat neu: Mit einer großen Ausstellung im Musée d'Art
Moderne seiner Geburtsstadt Straßburg dokumentiert er seine Bindung ans Elsaß.
Das im Diogenes Verlag veröffentlichte "Große Liederbuch", eine
Sammlung alter deutscher Volkslieder, illustriert der Künstler mit elsässischen
Landschafts- und Städtebildern.
1976
Umzug mit Yvonne nach Südirland, wo die Kinder Aria (1976), Lukas (1978) und
Pascal (1980) geboren werden. Seiner Geburtsstadt Straßburg vermacht Ungerer
seine Sammlung mechanischer Spielsachen.
1979
Die Bücher "Babylon" und "Politrics" erscheinen, deren
Zeichnungen die zeitgenössische Gesellschaft und Politik persiflieren. Ungerer schenkt
der Stadt Straßburg über 3 000 Zeichnungen.
1981
Erste große Retrospektive im Musée des Arts Décoratifs in Paris.
1983
Ungerer erhält den Jacob-Burckhardt-Preis der Johann-Wolfgang-Goethe-Stiftung
in Basel.
1984
Ungerer wird zum "Commandeur de l'Ordre des Arts et Lettres" ernannt.
1986
Das Buch "Schutzengel der Hölle", in dem Ungerer zeichnerische
Reportagen aus dem Hamburger Prostituiertenmilieu veröffentlicht, erscheint.
1987
Der französische Kulturminister Jack Lang beruft Tomi Ungerer zum Mitglied der
Interministeriellen Deutsch-Französischen Kommission.
1988
Ungerer zeichnet Pläne für ein Denkmal zur Zweitausendjahrfeier seiner
Geburtsstadt Straßburg: Mit einem "Aquädukt des Janus" möchte Ungerer
die zwiespältige, von Frankreich und Deutschland gleichermaßen geprägte Kultur
der Stadt versinnbildlichen.
1989
Für die Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution entsteht eine Folge
von Zeichnungen, die in dem Portfolio "Liberté, Egalité, Fraternité"
zusammengefaßt werden.
1990
Ungerer gründet in Straßburg die Gesellschaft "Kulturbank" zur
Förderung des deutsch-französischen Kulturaustauschs. In Paris wird Tomi
Ungerer der Orden der Ehrenlegion verliehen. Anläßlich des internationalen
Tierschutzkongresses in Basel werden die Zeichnungen zum Buch "Amnesty
Animal" ausgestellt, die Ungerers Engagement für den Tierschutz bezeugen.
1991
Aus Anlaß seines sechzigsten Geburtstages wird der erste Band von Ungerers
Erinnerungen
"A la guerre comme à la guerre" ("Im Krieg ganz wie im
Krieg") veröffentlicht. Der Stadt Straßburg überläßt Ungerer eine weitere
Schenkung von über 4 500 Zeichnungen.
1992
Der Künstler wird unter den "500 World Leaders of Influence" des
Amerikanischen Biographischen Instituts aufgeführt. Er beteiligt sich an
zahlreichen humanitären Hilfsaktionen, zeichnet für das Französische Rote Kreuz
und engagiert sich im Kampf gegen Aids.
1993
Für seinen Einsatz für die deutsch-französischen Kulturbeziehungen wird Ungerer
das Bundesverdienstkreuz verliehen. In deutscher Sprache erscheint "Die
Gedanken sind frei", ein Buch über seine Jugenderfahrungen im Elsaß
während der deutschen Besatzungszeit.
1994
Unter dem Titel "Poster" werden Ungerers kommerzielle Arbeiten zur
Werbung publiziert. Im "Liederlichen Liederbuch" veröffentlicht der
Künstler erotische Zeichnungen.
1995
Tomi Ungerer wird der französische "Große Nationalpreis für Graphik"
verliehen.
1998
Ungerer erhält für seine Kinderbücher den "Hans-Christian-Andersen-Preis".
1999
Das Kinderbuch "Otto. Autobiographie eines Teddybären" erscheint im
Diogenes Verlag.
2001
Eröffnung des Tomi-Ungerer-Museums in Straßburg.
Ungerer tritt als berittener Soldat in die französischen Saharatruppen
in Algerien ein, erkrankt jedoch bald schwer und wird schließlich ausgemustert.
1953
Im April Rückkehr nach Straßburg, im Oktober Eintritt in die Ecole Municipale
des Arts Décoratifs.
1954
Nach dem Verlassen der Schule arbeitet Ungerer als Schaufensterdekorateur
und Werbezeichner für lokale Unternehmen. Er beginnt sich für die USA
zu interessieren und besucht häufig das Centre Culturel Américain. Zahlreiche
Reisen führen ihn durch ganz Europa.
1956
Tomi Ungerer reist per Schiff nach New York, mit 60 Dollar in der Tasche
und mit einer Mappe voller Zeichnungen und Manuskripte. Heirat mit der
Amerikanerin Nancy White.
1957
Ungerers erstes Kinderbuch, "The Mellops Go Flying", erscheint im Verlag
Harper & Row und erhält den berühmten Preis des "Spring Book Festival".
Für Maschinen von Burroughs gestaltet Ungerer seine erste Werbekampagne
und zeichnet zugleich für die Zeitschriften "Esquire", "Life", "Holiday",
"Harper's Magazin", "The New York Times", daneben arbeitet er auch für
das Fernsehen. In München lernt Ungerer Daniel Keel kennen, dessen Züricher
Verlag Diogenes die Mehrzahl von Ungerers Büchern publizieren wird.
1958/1962
Ungerer vervollständigt seine Serie der "Mellops" und veröffentlicht eine
Reihe weiterer Kinderbücher.
1962
Unter Schirmherrschaft von Willy Brandt widmet die Stadt Berlin Tomi Ungerer
seine erste große Ausstellung. Ungerers erste Tochter Phoebe wird geboren.
1966
Das Buch "The Party" erscheint, das die New-Yorker Gesellschaft karikiert.
1970/1971
Mit seiner zweiten Frau Yvonne Wright verläßt Ungerer nach dreizehnjährigem
Aufenthalt New York und läßt sich im kanadischen Neuschottland nieder.
1971/72
Tomi Ungerer entwirft Zeichnungen für eine Kampagne der SPD unter Willy Brandt.
1975
Ungerer entdeckt seine Heimat neu: Mit einer großen Ausstellung im Musée d'Art
Moderne seiner Geburtsstadt Straßburg dokumentiert er seine Bindung ans Elsaß.
Das im Diogenes Verlag veröffentlichte "Große Liederbuch", eine
Sammlung alter deutscher Volkslieder, illustriert der Künstler mit elsässischen
Landschafts- und Städtebildern.
1976
Umzug mit Yvonne nach Südirland, wo die Kinder Aria (1976), Lukas (1978) und
Pascal (1980) geboren werden. Seiner Geburtsstadt Straßburg vermacht Ungerer
seine Sammlung mechanischer Spielsachen.
1979
Die Bücher "Babylon" und "Politrics" erscheinen, deren
Zeichnungen die zeitgenössische Gesellschaft und Politik persiflieren. Ungerer
schenkt der Stadt Straßburg über 3 000 Zeichnungen.
1981
Erste große Retrospektive im Musée des Arts Décoratifs in Paris.
1983
Ungerer erhält den Jacob-Burckhardt-Preis der Johann-Wolfgang-Goethe-Stiftung
in Basel.
1984
Ungerer wird zum "Commandeur de l'Ordre des Arts et Lettres" ernannt.
1986
Das Buch "Schutzengel der Hölle", in dem Ungerer zeichnerische
Reportagen aus dem Hamburger Prostituiertenmilieu veröffentlicht, erscheint.
1987
Der französische Kulturminister Jack Lang beruft Tomi Ungerer zum Mitglied der
Interministeriellen Deutsch-Französischen Kommission.
1988
Ungerer zeichnet Pläne für ein Denkmal zur Zweitausendjahrfeier seiner
Geburtsstadt Straßburg: Mit einem "Aquädukt des Janus" möchte Ungerer
die zwiespältige, von Frankreich und Deutschland gleichermaßen geprägte Kultur
der Stadt versinnbildlichen.
1989
Für die Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution entsteht eine Folge
von Zeichnungen, die in dem Portfolio "Liberté, Egalité, Fraternité"
zusammengefaßt werden.
1990
Ungerer gründet in Straßburg die Gesellschaft "Kulturbank" zur
Förderung des deutsch-französischen Kulturaustauschs. In Paris wird Tomi
Ungerer der Orden der Ehrenlegion verliehen. Anläßlich des internationalen
Tierschutzkongresses in Basel werden die Zeichnungen zum Buch "Amnesty
Animal" ausgestellt, die Ungerers Engagement für den Tierschutz bezeugen.
1991
Aus Anlaß seines sechzigsten Geburtstages wird der erste Band von Ungerers
Erinnerungen
"A la guerre comme à la guerre" ("Im Krieg ganz wie im
Krieg") veröffentlicht. Der Stadt Straßburg überläßt Ungerer eine weitere
Schenkung von über 4 500 Zeichnungen.
1992
Der Künstler wird unter den "500 World Leaders of Influence" des
Amerikanischen Biographischen Instituts aufgeführt. Er beteiligt sich an
zahlreichen humanitären Hilfsaktionen, zeichnet für das Französische Rote Kreuz
und engagiert sich im Kampf gegen Aids.
1993
Für seinen Einsatz für die deutsch-französischen Kulturbeziehungen wird Ungerer
das Bundesverdienstkreuz verliehen. In deutscher Sprache erscheint "Die
Gedanken sind frei", ein Buch über seine Jugenderfahrungen im Elsaß
während der deutschen Besatzungszeit.
1994
Unter dem Titel "Poster" werden Ungerers kommerzielle Arbeiten zur
Werbung publiziert. Im "Liederlichen Liederbuch" veröffentlicht der
Künstler erotische Zeichnungen.
1995
Tomi Ungerer wird der französische "Große Nationalpreis für Graphik"
verliehen.
1998
Ungerer erhält für seine Kinderbücher den
"Hans-Christian-Andersen-Preis".
1999
Das Kinderbuch "Otto. Autobiographie eines Teddybären" erscheint im
Diogenes Verlag.
2001
Zu seinem 70. Geburtstag: Eröffnung des Tomi-Ungerer-Museums in Straßburg.