Christian Fleck: Die weinerliche Konstruktion der Ungleichheit in Österreich
| What | Radio Show |
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| When |
2008-01-14 from 10:30 to 12:00 |
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Die Zeiten kritikloser Wissenschaftsgläubigkeit sind ebenso vorüber wie jene radikaler Wissenschaftskritik: Wissenschaft ist Alltag geworden. Als solcher stellt sich der Wissenschaft jedoch ein vordringliches Problem: Sie will und muss von der so genannten Öffentlichkeit, für die sie Alltag ist, verstanden werden. Umgekehrt hat sie sich auch darum zu bemühen, die Öffentlichkeit und ihre Anliegen zu verstehen. Denn nur so ist eine sinnvolle Entwicklung für beide Seiten möglich. ***Ein Mitschnitt des "Bild- und Tonarchivs" aus der Reihe "Science Talk" der "Neuen Gallerie" vom 18.01.2007. ***Konzept und Moderation: Christian Eigner. ***Veranstaltungsort: Neue Galerie Gelber Salon.
Die
Science Talks der Neuen Galerie wollen zu diesem wechselseitigen
Verstehen beitragen: Alle zwei Monate stellen sich renommierte
Wissenschafterinnen und Wissenschafter sieben Moderatoren-Fragen, die
es ihnen erlauben, von ihren Forschungsergebnissen zu erzählen und sie
so nachvollziehbar zu machen. Das Publikum als Repräsentanz von
Öffentlichkeit hat wiederum die Möglichkeit, deren Bedenken, Kritik und
Wünsche an die Forscherinnen und Forscher heranzutragen. Nur wo es ein
öffentliches Reden über Ungleichheit gibt, wird diese auch zum
(wahrgenommenen) sozialen Tatbestand. Allerdings kann dieses Reden die
unterschiedlichsten Gesichter haben: In Österreich, so der Soziologe
Christian Fleck, wird das Thema Ungleichheit ungemein weinerlich
behandelt; konkret in Form eines großen Klagelieds. Letzteres dient nun
allerdings nicht dazu, die Armut abzuschaffen, im Gegenteil: Die Klage
hat vielmehr den Sinn, einen Hintergrund aufzuspannen, vor dem man sich
als Wohlhabender durch Wort- und Geldspenden hervortun kann. Im
Idealfall erweist man sich so als guter Christ – und mithin als das,
was in diesem Land offensichtlich noch immer viel zählt. Selbst für all
jene, die sich scheinbar schon weit vom christlichen Gedankengut
entfernt haben. | |
Christian Fleck, | |