"Neues aus der Neuropsychologie: Was verrät das Gehirn über unsere Gedanken?"
| What | Radio Show |
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| When |
2008-06-09 from 10:30 to 12:00 |
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Vortrag von: Univ.-Prof. Dr. Christa Neuper Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz; Aufnahme vom 28.April 2008
Zum Inhalt des Vortrags:
Kann man aus der Gehirnaktivität einer Person darauf schließen, was sie gerade denkt oder was sie gleich tun wird? Kann man Gedanken und Vorstellungen direkt aus dem Gehirn „herauslesen“ und daraus Signale bilden? Welche Methoden und Technologien kommen dabei zum Einsatz? Kann man lernen, seine eigene Gehirnaktivität zu kontrollieren?
In
letzter Zeit wurden in der Hirnforschung erstaunliche Fortschritte
darin gemacht, aus der Gehirnaktivität bestimmte geistige Prozesse,
Gedanken und Vorstellungen zu erkennen. Diese Erkenntnisse beruhen
einerseits auf Messungen mit nicht-invasiven Untersuchungsmethoden wie
der Elektroenzephalographie (EEG) und der funktionellen
Magnetresonanztomographie (fMRT), sowie andererseits auf invasiven
Messungen direkt am Gehirn. Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen
darin, Bewusstseinsinhalte zu entschlüsseln und Computeranwendungen
oder gar Neuroprothesen per „Gedankenkraft“ zu steuern. In diesem
Vortrag werden der aktuelle Stand der Forschung in diesem Bereich sowie
Anwendungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven von modernen
Gehirn-Computer Schnittstellen (Brain-Computer Interface, BCI)
dargestellt.
Zur Person:Univ.-Prof. Dr. Christa Neuper
Werdegang: Studium der Psychologie an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz (ab 1976), Abschluss 1984 mit Promotion zum Dr. phil. Während einer anschließenden Familienpause Universitätslektorin an der Universität Graz (ab 1986). Von 1990 bis 1994 Vertragassistentin am Institut für Elektro- und Biomedizinische Technik der Technischen Universität Graz, und weiterführend bis 2005 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am angeschlossenen Ludwig Boltzmann-Institut (LBI) für Medizinische Informatik und Neuroinformatik. Zusätzlich Lehrbeauftragte und später Universitätsassistentin (2002-2005) am Institut für Psychologie. Von März 2005 bis 2007 Vertragsprofessorin für „Angewandte Neuropsychologie: Mensch-Computer Schnittstelle“ an der Universität Graz. Seit Dezember 2006 Leiterin des Instituts für Semantische Datenanalyse an der Fakultät für Informatik der TU Graz und seit August 2007 Universitätsprofessorin für Neuropsychologie und stellv. Leiterin des Instituts für Psychologie an der Karl-Franzens-Universität.
Weitere Funktionen (Auswahl): Partnerin in etlichen internationalen Kooperationsprojekten (NIH- und EU-Projekte); Mitglied im Management Committee der EU COST ACTION B10 „Brain Damage Repair“ (1998-2004) und B27 „ENOC – Electrical neuronal oscillations and cognition“ (2005-2009); stellv. Vorsitzende des vom BMBWK eingesetzten Programmvorbereitungskomitees Kognitionswissenschaften („Cognitive Science: Von der Kognitionswissenschaft zur Kognitionstechnik“); Gründungsmitglied und Vorsitzende der interdisziplinären Forschungsplattform „INGE St. – Initiative Gehirnforschung Steiermark“ (seit Feber 2005); seit Beginn 2007 Leiterin des durch den Zukunftsfonds des Landes Steiermark geförderten Projekts „NeuroCenter Styria“.
Forschungsschwerpunkte: Entwicklung von Gehirn-Computer Schnittstellen, Neurofeedback, neuronale Grundlagen kognitiver und sensomotorischer Informationsverarbeitung, Neuroplastizität