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"Die Beziehung zum Geld – Kalküle, Krisen und Kontrakte"

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Ein Vortrag von ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Richard Sturn im Rahmen der Montagsakadmie am 12.Jänner 2009


Die Beziehung zum Geld – Kalküle, Krisen und Kontrakte
„Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts.“
Dieser Spruch enthält mehr als ein Körnchen Wahrheit. Und dies nicht nur für Jede und Jeden von uns, die wir in einer modernen Wirtschaft auf Geld angewiesen sind, um Grundbedürfnisse zu erfüllen und Annehmlichkeiten zu genießen. Es gilt auch für die moderne Wirtschaft als Ganzes, die ein funktionierendes Geldwesen für drei Zwecke braucht: Als Tauschmittel (Kontrakte), als Recheneinheit (Kalküle) – und als Medium der Wertaufbewahrung. Es ist diese Wertaufbewahrungsfunktion, die mit den Krisen und Problemen in Zusammenhang steht, welche das Geld- und Finanzwesen mit sich bringt.

Von altersher machten Propheten und Philosophen auf den Widersinn einer Verselbstständigung des Geldwesens aufmerksam, seiner Loslösung von realen Lebensbezügen bis hin zum Götzendienst am Mammon. Nicht selten wurde dabei das Kind mit dem Bade ausgeschüttet – sprich: die Tatsache übersehen, dass schon relativ einfache Wirtschaften, in denen Arbeitsteilung herrscht, nicht ohne Geld auskommen. Auch die Wertaufbewahrungsfunktion ist nicht wegzudenken. An dieser Stelle führt ein Gedankenexperiment weiter: Was geschieht, wenn alle ihr Geld soweit als möglich zur Wertaufbewahrung verwenden? Wir diskutieren, dass, wann und warum dies passieren kann, wie dies mit Spekulation zusammenhängt, und weshalb dies zu Krisen führt.

Immer wieder taucht daher die Idee auf, man bräuchte ein Geld, welches zwar Tauschmittel und Recheneinheit ist, aber nicht zur Wertaufbewahrung dient (z. B. Schwundgeld Wörgl). Wir zeigen auf, weshalb diese Idee zwar pfiffig ist, jedoch extrem, einseitig und im größeren Rahmen kaum anwendbar ist. Viel besser ist eine Einbettung des Geldwesens in ein Gefüge von Institutionen, welche in der Lage sind, die Anreize zu übermäßiger Geldhaltung von Haus aus gering zu halten oder – sollte doch eine Krise ausbrechen – gezielt zu verringern.

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