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Der Turmbau zu Babel: Sprachenchaos als Bürde und Chance

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When 2011-02-14
from 10:30 to 12:00
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last modified 2010-12-28 10:30

Montagsakademie vom 24. Jänner 2011 mit em.Univ.-Prof. Dr. Erich Prunc, Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft, Universität Graz. Der Turmbau zu Babel: Sprachenchaos als Bürde und Chance; Das babylonische an Babel ist der menschliche Hochmut des Totalitätsanspruchs, der Gott zum Handeln herausfordert. So wird Babel zur Metapher für die Aufgabe der „gott-" oder „naturgegebenen" Einheit von Welt und Wort. An ihre Stelle tritt die sozial gesteuerte Willkürlichkeit der Beziehung zwischen Bezeichnetem und Bezeichnendem und damit die menschliche Freiheit, Zuordnungen von Worten zu Welten und Werten, von Sätzen zu Wahrheiten vorzunehmen. Der Mensch ist in einer entmythologisierten Interpretation des Mythos nicht mehr zum einfältigen Gleichschritt totalitären Denkens verdammt, sondern der beängstigenden und beglückenden Vielfalt der Freiheit durch Sprache preisgegeben. An die Stelle der grauen Scheinobjektivität von Einheitssprachen, die von totalitären Ideologien vorgegaukelt werden, tritt die kreativ-chaotische Mannigfaltigkeit von Sichtweisen, die in Sprachen ausgedrückt und durch Sprachen konstruiert werden. Der Blick hinter die Sprachen, Wörter und Sätze, das Bewusstmachen ihres konstruktiven Charakters, das Akzeptieren der unterschiedlichen Sichtweisen, die sich darin spiegeln, und die Überwindung der Differenz zwischen Sprachen und Kulturen durch Übersetzung eröffnen den Weg zu gegenseitiger Toleranz und Wertschätzung.

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