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Der formbare Körper – was ist möglich, was sinnvoll?

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O.Univ.-Prof. Dr. Hildegunde Piza, Vorstand der Univ. Klink f. Plastische-, Ästhetische- und Wiederherstellungschirurgie Medizinische Universität Innsbruck, spricht im Rahmen der Montagsakademie. Aufzeichnung vom 28.01.08

Der formbare Körper – was ist möglich, was sinnvoll?

Noch nie haben sich so viele Gesunde freiwillig auf den OP-Tisch gelegt. Woher kommt der Trend, mit Hilfe einer Wunschmedizin nachzuhelfen, wenn man sich von der Natur benachteiligt glaubt, und was hat die Medizin dem entgegenzuhalten?

Schönheit nach Maß ist inzwischen nicht nur machbar, sondern sie wird zunehmend gesellschaftsfähig. Sowohl in den USA als auch in Europa zeigt der Trend eine deutliche Zunahme operativer plastischer Eingriffe.

Das Streben nach makelloser Schönheit ist zwar so alt wie die Menschheit selbst, doch dass Schönheit zur handelbaren Ware im großen Stil wurde, ist ein Phänomen der letzten Jahrzehnte. Damit hat sich auch die Medizin auseinanderzusetzen, denn sie wird in diesem Zusammenhang immer mehr zur Wunschmedizin, welche das Verlangen nach einem Leben befriedigt, in dem man sich umgestalten lassen kann. Nicht nur die Attraktivität des Menschen, sondern seine gesamte Befindlichkeit wird dabei rein säkulär, ja technisch verstanden. Krankheit und Gesundheit verlieren dabei auch jede geistige Dimension.  

Tatsächlich hat sich an vorderster Front die Schönheitschirurgie mit der Problematik der Wunschmedizin auseinanderzusetzen, und verantwortungsvolle Ärzte dieses Fachs tun das auch. Grundsätzlich unterscheidet man bei plastisch – ästhetischen Eingriffen zwischen Heileingriffen und rein ästhetischen Eingriffen. Bei Heileingriffen steht die funktionelle Komponente im Vordergrund, wie etwa bei einer übergroßen Brust, welche durch das Gewicht zu Wirbelsäulenschäden führt, oder bei einer Hauterschlaffung an den Oberlidern, welche das Gesichtsfeld einschränkt. Bei rein ästhetischen Eingriffen geht es ausschließlich um die Verbesserung der Optik, wie etwa bei einem Face Lift oder einer Brustvergrößerung. Trotzdem ist in der Regel ein Leidensdruck vorhanden, der meist glaubhaft und nachvollziehbar ist.

Bei den wunscherfüllenden Operationen steht der Plastische Chirurg jeden Tag vor der Entscheidung, ob der Eingriff auch ethisch vertretbar ist.

Offene Fragen

Ist es gerechtfertigt, dass junge Menschen, die ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper haben, durch Ärzte ihren Wunsch befriedigt bekommen? Wer hält dem Druck stand?

Treffen die Kunden für ästhetische Operationen eine freie Entscheidung oder werden sie durch Normen, die vielfach Dr. Computer vorgibt, gezwungen?

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