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Zwischen Gegenwart und Zukunft - Zeit in der Pädagogik

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When 2010-07-05
from 10:30 to 12:00
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last modified 2010-06-25 15:44

Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Josef Scheipl. Aufgrund einer kurzfristigen Absage hat Dr. Scheipl, der auch dem Gremium der Montagsakademie angehört den Termin übernommen und einen Vortrag zum Thema Erziehung gehalten. Möglicherweise wird es im Herbst eine zweite Gelegenheit geben, den VO von Prof. Heintel zu hören. "Das Lob der Langsamkeit"Im Rahmen der Montagsakademie spricht O.Univ.-Prof. Dr. Peter Heintel (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF), Institut für Interventionsforschung und Kulturelle Nachhaltigkeit)

Das Lob der Langsamkeit

Angeblich reagiert unser Gehirn auf äußere Reize mit Verzögerung; jedenfalls langsamer als das von Schimpansen. Warum tut es das? Auf der freien Wildbahn „gewinnt“ der Schnellere, egal ob Gepard oder Antilope. Der eine muss schneller sein, um sie zu erwischen, die anderen schneller, um zu entkommen. In unserer Wirtschaft galt der Spruch: „Nicht der Größere gewinnt, sondern der Schnellere“ – eine wieder aufgenommene Erinnerung an die freie Wildbahn?“ „Als sie das Ziel aus den Augen verloren, verdoppelten sie ihre Anstrengung“, Aktionismus, Hektik, Beschleunigungen sind Reaktionsformen auf Angst, ungelöste Probleme, Konflikte, Ohnmacht; es fehlt uns die Ruhe der Distanz, die uns genauer hinschauen lässt. Wir müssen etwas tun, was immer es auch ist, um uns zu versichern, die Situation „im Griff“ zu haben; viele leere Kilometer werden gelaufen. Den Griechen war Muße (scholè) eine der höchsten Güter, die Menschen erst zu Menschen machen, und den Römern war Arbeit Negotium, ein bloß Negatives zur Ruhe. Was ist mit uns in den letzten Jahrzehnten passiert, dass wir glauben, immer schneller werden zu müssen, Langsamkeit, Bedächtigkeit geradezu als Behinderung, als Zurückbleiben erlebt wird?
Das Referat soll versuchen, Gründe dafür zusammenzufassen und Antworten auf die Frage zu geben: Wo brauchen wir Langsamkeit, Entschleunigung, Pausen, Nachdenklichkeit, Besinnung? Wo schaden uns Aktionismus und Kurzfristdenken? Wie z. B. in unserer gegenwärtigen Krise, in der es den Anschein hat, als dass das, was zu ihr geführt hat, jetzt als Mittel verwendet wird, sie zu beheben.

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